BPMN 2.0 Übersicht

BPMN
– Was ist das?

Die Abkürzung BPMN steht für Business Process Model and Notation und soll mit dem Wort „Model“ (anstelle von „Modeling“) ausdrücken, dass es sich bei diesem Sprachstandard um mehr als nur eine Notation handelt.

Der BPMN Standard definiert eine grafische Sprache für die Beschreibung und Dokumentation von Geschäftsprozessen und Arbeitsabläufen. Mittels dieser Notation kann sowohl eine Abfolge von Arbeitsschritten oder Prozessen (den Workflow) spezifiziert werden als auch der Nachrichtenaustausch zwischen Prozessen und/oder Partnern. Damit wird die Modellierung von komplexen Geschäftsprozessen, die sowohl organisations-intern als auch -extern koordiniert/beeinflusst werden und mehrere Teilnehmer einschließen, möglich.

Ursprünglich entstand die BPMN im Umfeld von Prozessbeschreibungen, die von einer Process Engine eines Business Process Management Systems (BPMS) ausgeführt werden können. Dabei wurde aber von den Entwicklern der BPMN berücksichtigt, dass mit dieser Notation sowohl technische als auch fachlich ausgerichtete Modelle erstellt werden können, mit dem Ziel, sowohl betriebswirtschaftlich ausgerichteten Fachexperten als auch IT-Experten eine gemeinsame Sprache zur Verfügung zu stellen.

Ein Beispiel:

  • Der gesamte (Prozess-) Ablauf befindet sich in einem Pool („Behälter“) [Stelle ausschreiben].
  • Der Pool ist in Bahnen (Lanes) unterteilt um Verantwortungen darzustellen [Fachabteilung, Personalabteilung].
  • Der Ablauf beginnt mit einem Startereignis (Start Event) [Mitarbeiter benötigt] und endet mit einem Endereignis (End Event) [Stelle ausgeschrieben].
  • Die Rechtecke stellen Aktivitäten (Activity) dar, in denen „etwas getan“ wird [z.B. Mitarbeiterbedarf melden].
  • Die Pfeile stellen die Durchlauf-Reihenfolge, den sogenannten Sequenzfluss (Sequence Flow), dar.
  • Die Rauten stellen (bedingte) Verzweigungen bzw. Zusammenführungen (Gateway) dar.
  • Eine Beschriftungen an einem ausgehenden Sequenzfluss einer Verzweigung stellt dar, unter welcher Bedingung (Condition) der Sequenzfluss stattfindet [z.B. OK].

BPMN
Modelle

In der Praxis unterscheiden sich – trotz der Verwendung einer gemeinsamen Sprache – die fachlichen und technischen Modelle grundlegend. 

Fachliche Modelle stellen das Verständnis des grundlegenden Prozessablaufs in den Vordergrund und verzichten daher auf die Darstellung zu vieler Details. So werden beispielsweise die Bedingungen bei Verzweigungen eher im Klartext als in Form exakter logischer Ausdrücke formuliert, Ausnahmen und selten auftretende (Sonder-)Fälle oft gar nicht modelliert, sondern mittels Anmerkungen und Beschreibungen erläutert.

Einige der BPMN-Konstrukte (wie beispielsweise Schleifenkonstrukte, Ausnahmebehandlungen oder Transaktionen) können ihre Herkunft aus dem Bereich der ausführbaren Prozess-Spezifikationen nicht leugnen und werden auch eher in technischen Modellen eingesetzt.

Vor diesem Hintergrund ist es beim Einsatz der BPMN für fachliche Prozessmodellierung zu empfehlen, die zu verwendenden Konstrukte im Vorfeld einzuschränken und in Form von Modellierungskonventionen bzw. -richtlinien festzulegen.


BPMN
Diagramme

Der BPMN Standard definiert die folgenden Diagrammtypen:

  • Geschäftsprozess-Diagramm (Business Process Diagram, BPD)
  • Choreographie-Diagramm (Choreography Diagram, CHD)
  • Konversations-Diagramm (Conversation Diagram, CVD)

Für die Darstellung des Ablaufs eines einzelnen Prozesses sowie einer Zusammenarbeit mehrerer Prozesse in einer Kollaboration sieht der BPMN Standard das Geschäftsprozess-Diagramm (Business Process Diagram, BPD) vor. 

Soll die Zusammenarbeit mehrerer Prozesse mittels Nachrichtenaustausch dargestellt werden, so handelt es sich hierbei um eine Kollaboration, die ebenfalls in einem Geschäftsprozess-Diagramm dargestellt wird (aber zumeist als Kollaborations-Diagramm bezeichnet wird). 

In einem Choreographie-Diagramm (Choreography Diagram, CHD) wird – ähnlich wie bei Kollaborationen – der Austausch von Nachrichten zwischen verschiedenen Partnern dargestellt, jedoch wird jeder einzelne Nachrichtenaustausch als eigene Aktivität modelliert, wodurch hier auch Schleifen, Verzweigungen und ähnliches abgebildet werden können.

Beim Konversations-Diagramm (Conversation Diagram, CVD) handelt es sich um eine Übersichtsdarstellung mehrere Partner mit ihren Kommunikationsbeziehungen.


BPMN
Notationssymbole

Die Spezifikation definiert vier Symbolgruppen:


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